aus: Schleswig-Holstein-Lauenburgische Regesten und Urkunden, Hrsg.: Paul Hasse, Bd. 1, S. 104 f., Nr. 199, Hamburg und Leipzig, 1886

 

31. März 1196

Urkunde von Knut VI. über die Verlegung des Michaelisklosters von Schleswig nach Guldholm

 

 

1196. März 31.

Knut, König der Dänen und Wenden, genehmigt die Verlegung des St. Michaelisklosters von Schleswig nach Guldholm, die Änderung der Ordensregel, und bestätigt den Besitzstand.

Kanutus dei gracia Danorum Slauorumque Rex. Notum esse volumus quoniam commutationem ordinis nigrorum Monachorum ecclesie S. Michahelis de Sleswiik in ordinem alborum a domino apostolico ob insolencias et enormitates intollerabiles nigrorum ibidem nimis dissolute vite semitas impudenter ambulancium factam approbemus — litterarum nostrarum et sigilli nostri testimonio irrefragibili confirmamus, et sub nostre majestatis regie manutencionis securitate constituimus locum, in quo claustrum fundatum est, quod dicitur Gulholm cum pratis, siluis, aquis, piscationibus, molendinis, et aliis pertinenciis suis, ecclesiam S. Michaelis de Flensborgh, montem, in quo Ecclesia sita est, cum molendinis et unius cultura aratri in loco Stubba, et est notabili fossatura circumductus, areas omnes, quas in Civitate habetis, in parrochia S. Olaui XVI area[s], in parr. S. Petri VIII, in parr. S. Clementis quinque, in parr. S. Marie quatuor, in parr. S. Jacobi tres, in parr. S. Trinitatis unam, in parr. S. Nicolai unam, juxte Civitatem duns partes ville que dicitur Stvibu, Elensbu cum pertinentiis, Huswbu totem, Rostekar totem, cum pertinentiis, Stagbu, sex acting, Boresbóle tertiam partem, Balingstad X acting, Katerberg et Openstorp cum appendiciis, Fokabikre terciam partem et terram, quam habetis in Brechentorp, in pistad VI Acting et dimidium cum appendiciis Syohøg (v. Eryohøg) VII actinge, Anabu totani cum pertinentiis, terrarn, quam habetis in Hiortteker, Arsleue cum pertinentiis, in Nobøle X actinge, in Breethnunge II actinge. in territorio Alsho, in villa Gudthorp VIIII attinge, in Holm IIII attinge, in Bransbole Il cum attinenciis, terram quam habetis in Stenthorp, et locum molendini, torritorium de Hcnere, omnem partem decimarnm episcopum contingentem, quam Episeopus Waldemarus noble contulit in parrochiis S. Michaelis in Monte, Callebu, Nubøle, Thologø, et partem decimarum, qnam idem Episcopus nobis contulit in trumtige hereth de trummge (f trinninge), Matanøbe quartam partem illam, in qua est timuinge, de qua illi, qui eam tenent, ex communi conuencione cum Episcopo facta, quinquaginta quatuor mesas annone reddere tenentur. Insuper et decimam de ouibus et aliis animalibus, que ibi nutriuntur. etc. etc. Datum Grunolt A°. M. C. XC. VI. pridie Kal. Aprilis, Iudictione XIIII Anno Monarchie Regni nostri XIIII°. Andrea Cancellario, Notario Gabriel , presente Waldemaro fratre nostro Duce, preposito, Salomone Lundensis Ecclesie, Magistro Nicolao de Westerwich, Suenone Sacerdote de Worthoren, Magistro Olauo capellano Ducis. Ego Canutus Rex SS. Ego Waldemarus Dux SS. Ego Salomon sancte Lundensis ecclesie prepositus SS. Ego Richardus nullius ecclesie prelatus SS. Ego Nicolaus Westerwicensis Capellanna domini Kannti Regis SS. Ego Ebbe Sunonis filius subscripsi.


Que quidem litera scripta erat de litera antiqua in membrana etc. Ex Registro
Processus Slesvicensis 1424, Fol. XXXVII. i. A. R.


Nach einer modernen Kopie auf der königl. Bibliothek zu Kopenhagen (N. kgl. Smlg., Fol. 497 a.). Regg. Dan. 443. Der Text bei Langebek, 5.9. rer. Danicarum VII, 323, 324 bietet nicht unbedeutende Abweichungen.

 

Einen Auszug konnte man aber zeitweise auch unter http://www.fockbek.de/fockbekgem-gesch-urk.0.html finden:

Knut, von Gottes Gnaden König der Dänen und Slaven: Wegen der Verlegung des Klosters St. Michaelis von Sleswiik. Wir bestätigen durch das unwidersprochene Zeugnis unserer Urkunde und unseres Siegels und bestimmen unter dem Schutz unserer Königsherrschaft den Ort, an dem das Kloster steht, nämlich Guldholm, mit den Wiesen und Wäldern, Gewässern, Fischteichen, Mühlen und allen anderen dazugehörigen Ausdehnungen als zur Kirche St. Michaelis von Flensburgh gehörig, nämlich den Berg, auf dem die Kirche gelegen ist, mit den Ausdehnungen und landwirtschaftlichen Flächen bei dem Ort Stubba, bekanntermaßen mit einem Graben umgeben, und alle Altäre, die ihr in der Stadt habt, nämlich in der Pfarrei St. Olaf 16 Altäre, in der Pfarrei St. Petri 8, in der Pfarrei St. Clemens 5, in der Pfarrei St. Marie 4, in der Pfarrei St. Jacobi 3, in der Pfarrei St. Trinitatis 1, in der Pfarrei St. Nicolei 1, außer der Stadt 2 Teile des Dorfes das Schuby heißt, Elensby mit der Umgebung, das ganze Rusby, das ganze Rostekar mit Umgebung, 6 actinge in Stagby, der 3. Teil von Boresbole, in Salingstad 10 actinge, außerdem Waterborg und Openstorp mit dem was dazugehört, von Fokabikre den dritten Teil und das Gebiet das ihr in Brechentorp habt [...].

 

 

 

Eine persönlich-laienhafte (aber dafür vollständige) Übersetzung einer etwas umfangreicheren dänischen Urkunden-Übersetzung aus Danmarks Riges breve (S. 233:

1196. 31. März. Grønholt.

König Knud VI. genehmigt den Übergang des Klosters St. Michael in Schleswig vom Cluniazenser- zum Zisterzienserorden und bestätigt dessen Besitzungen, darunter Guldholm, wo sich das Kloster befindet.
Nach der Zeugenaussage im kaiserlichen Prozess 1424.

Knud, König der Dänen und ihrer Freunde, Herrscher von Gottes Gnaden, grüßt alle Gerechten, lebende und zukünftige, die diesen Brief lesen. Gegrüßet sei der Erlöser.
Denn wir halten es für nicht weniger verdienstvoll, vor dem Gott der ewigen Seligkeit auf die Kirche des Herren zu schauen, als es unter den Menschen reinen Herzens lobenswert und ehrenvoll wäre, und dieser mit größter Barmherzigkeit unsere Gunst zu erweisen. Da wir den Wohnort der Herrlichkeit Gottes lieben1), erstreben und wünschen wir Freiheit und Frieden für die Mönche, damit all jene, die sich dem Dienste Gottes verpflichtet haben, ungehindert dem Gottesdienst beiwohnen können, behütet vor allen Unwettern dieser stürmischen Welt.
Es ist daher unser Wille, dass der Gegenwart und Zukunft kundgetan werde, dass wir die Umwandlung2) des Ordens der schwarzen Mönche an der St. Michaeliskirche in Schleswig in den Orden der Weißen gutheißen, welche der apostolische Herr [Papst] wegen der unerträglichen Maßlosigkeit und Ausschweifungen der schwarzen Mönche, die sich dort schamlos in exzessiver Lebensweise gehen ließen, veranlasst hat3).
Damit dies aber der Nachwelt für immer klar ist und niemand in böser Absicht versucht, diese Tatsache abzustreiten oder zu verfälschen, bestätigen wir mit der unabänderlichen Urkunde unseres Briefes und Siegels4) ,Kraft unseres Amtes und unter dem Schutz der königlichen Majestät den Ort, auf dem das Kloster gegründet ist und welcher Guldholm genannt wird, mit Wiesen, Wäldern, Gewässern, Fischgewässern, Mühlen und allen anderen Zugehörigkeiten, fortan die St.-Michaelis-Kirche in Schleswig, ebenso der Hügel, auf dem dieselbe Kirche liegt, mit den angrenzenden Mühlen und dem Ackerland in dem Ort, der Stubbe genannt wird, welcher vollständig umsäumt ist5), alle Ländereien, die ihr in der Stadt, in St. Michael und in der Kirche St. Michael besitzt. Pfarrei St. Nikolaus, ein Grundstück bei der Stadt, zwei Drittel des Dorfes Stocby, ganz Klensby mit allem was dazugehört, ganz Husby, ganz Rosager mit allem was dazugehört, in Stagby sechs Octinge, ein Drittel Bojbøl, in Bollingsted zwei Octinge, Waterberg und Openstorp mit allem was dazugehört, ein Drittel Fokbæk und das Land, das ihr in Brekendorf habt, in Isted sechseinhalb Octinge mit allem was dazugehört, in Gyohøg6) sieben Octinge, ganz Aneby mit seinen Verbindlichkeiten, das Land, welches ihr in Hjordkær habt, Årslev mit seinen Verbindlichkeiten, in Nybøl acht Octinge, in Bregling zwei Octinge, auf der Insel Als im Dorf Guderup: neun Octinge, in Holm vier Octinge, in Brandsbøl zwei mit ihren Verbindlichkeiten, das Land, das ihr in Stenderup habt, und ein Mühlengrundstück, das Land Hever, den ganzen Anteil des Bischofszehnten, den euch Bischof Valdemar in den Pfarreien von St. Michael auf dem Berge, in Kalleby, Nybøl, Tolk gegeben hat, und den Anteil am Zehnten, den euch derselbe Bischof in Tønning geschenkt hat, und zwar von dem Bezirk, in dem Tønning liegt, von dem die Bewohner, nach gemeinsamer Übereinkunft mit dem Bischof 54 Mesen Getreide8) entrichten sollen; ferner auch den Zehnten von den Schafen und anderen Tieren, die sie dort aufziehen.
Niemand soll es somit zukünftig wagen, unüberlegt boshaft zu handeln, Anfechtungen oder Ansprüche gegen das oben genannte Kloster mit allen oben erwähnten Zugehörigkeiten und allem, was sonst noch unter unseren Schutz gestellt wird zu stellen, und alles, was das besagte Kloster rechtmäßig erhalten hat, entweder durch die fromme Großherzigkeit der Könige oder durch Bischöfe oder andere verdienstvolle Personen oder das, was sie in Zukunft durch Erbrecht besitzen werden; sondern es soll ihnen erlaubt sein, das, was sie besitzen, für immer in Frieden zu besitzen und zu achten. Wenn irgendjemand Maßnahmen ergreift, um sich gegen die apostolische Ordnung und das von uns gewährte Privileg zu widersetzen und es wagt, dem besagten Kloster diese Zuweisungen zu entziehen oder sich absichtlich dagegen aufzulehnen, soll er keinen Zweifel daran haben, dass er von dem erhobenen Zepter des Königs seine gerechte Strafe erhalten wird. Aber Gnade und ewiger Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus, sei mit allen9), die den Frieden und die Rechte diese Klosters bewahren, Amen.
Verkündet in Grønholt im Jahre 1196, nachdem das Wort Fleisch geworden ist, am Tag vor dem 1. April, in der 14. Regentschaft unseres alleinigen Königreichs, von Andreas als Kanzler und Gabriel als Schreiber, in Anwesenheit von Herzog Valdemar, unserem Bruder Salomon, Probst an der Kirche in Lund, Magister Niels von Vestervig, Svend, Priester in Vejrum, Magister Oluf, dem Kaplan des Herzogs.

Ich, Knud, König, habe unterschrieben.
Ich, Valdemar, Herzog, habe unterzeichnet.
Ich, Salomon, Probst der heiligen Kirche in Lund, habe unterzeichnet.
Ich, Richard, Prälat ohne Kirche10), habe unterzeichnet.
Ich, Niels von Vestervig, Hofkaplan des Herrn König Knud, habe unterzeichnet.
Ich, Ebbe, Sohn von Sune, habe unterzeichnet.

1) vgl. Ps. 26, 8.
2) vgl. ndf. Abbed Vilhelms Breve II 11 Note 2.
3) vgl. smsts. II 11, 12, 46 und 48.
4) Der Begriff ‚constituimus‘ steht im Text, der sich hier auf die irreguläre Zusammenlegung des von Bischof Valdemar gegründeten Zisterzienserklosters in Guldholm mit dem cluniazensischen Kloster St. Michael in Schleswig beziehen muss.
5) d.h. ‚et ornum‘ .
6) Vorgeschrieben.
7) vgl. Kalkar unter madskab.
8) eine Mese Korn wurde in 18 Scheffel geteilt; eine Mese Land wurde in 11/8 Hektar umgerechnet, vgl. Quellensamml. f. Schlesw.-Holst. Gesch. VI 84 Anmerkung 1. Gemeint ist, dass der Bischof vertraglich eine feste Vergütung für die Arbeit vereinbart hat. anstelle einer Leistung in Höhe des Fehlbetrags für das betreffende Quartal.
9) der Wortlaut ist aus der Grußformel in den Paulus-Briefen übernommen.
10) die Formulierung lautet ‚prelatus nullius ecclesie‘, d.h. ein leitender Geistlicher, der nicht der Autorität der Diözese unterworfen ist, vgl. Hinschius II 343, in diesem Fall wahrscheinlich der Abt von Guldholm.