Quelle: Johannes von Schröder: Topographie des Herzogthums Schleswig, Bände 1-2, Schleswig 1837, Oldenburg 1853

Hier sind u.a. die Einträge über Guldholm, Güldenholm und das Rudekloster wiedergegeben. Die beiden Ausgaben unterscheiden sich z.T. erheblich voneinander

 

Topographie des Herzogthums Schleswig

Johannes von Schröder

1. Auflage 1837 und 2. Auflage 1854

 

1. Auflage, 1837:

Berend (vormals Byernte), Dorf 1/2 M. nördlich von Schleswig, Amt Gottorf, Struxdorfharde, Tolkerviertel, Kirchspiel Nübel.
Dieses Dorf, welches zum Theil (5 Pfl.) zum 1. Domcapitelsdistricte gehörte, hatte 5 Capitelslansten , eine von 41/2 Mk., eine von 4 Mk., eine von 31/2 Mk. und zwei von 3 Mk. Goldes; im Jahre 1663 gehörten zum Amte Gottorf, 1 Volh., 1 Halbh. (beide Bondengüter) und 1 Kathe (13/4 Pfl.). Jetzt enthält es 3 Vollh., 4 Halbh., 8 Kathen, 3 Instenstellen und 4 Hufenparcelen. Von diesen sind ausgebauet: 2 Instenstellen mit einem Wirthshause, Kattenhund (s. Kattenhund); 3 Parcelen Haarholm; 1 Parcele und Wirthshaus, Osterkrug (Triangel ), 1 Kathe Hinkelhöft, und 1 Kathe Holzhaus genannt. Handwerker (1834): 1 Schmied und 2 Rademacher. Schuldistrict Nübel.
Beim Dorfe liegt ein Stück Ackerland, welches vormals dem Structuarius der Domkirche in Schleswig gehörte, welcher dafür Mayenbusch zum Pfingstfeste für die Domkirche liefern mußte.
Der Boden ist ziemlich gut, und sehr ergiebig, da er vorzüglich gut bewirthschaftet wird; die Wiesen sind nicht bedeutend, das Moor ist aber beträchtlich. Zur Dorfschaft gehört ein Theil der Nübeler Hölzung.
Beim Osterkruge an der Schleswiger Landstraße, liegen viele Grabhügel, von welchen einige sehr ansehnlich sind, aber keine Namen führen.

Güldenholm , 1 Kathe und 1 Instenstelle am Langsee, 3/4 M. nördlich von Schleswig; Amt Gottorf, Struxdorfharde, Kirchsp. Nübel und Fahrenstedt.
Die Kathe ward auf den Ländereien einer vormals wüsten Hufe in Breckling erbauet, welche letzte im Jahre 1665 von dem Könige Friedrich IV. an Geerd v. d. Lieth geschenkt, und während dessen Lebenszeit mit Privilegien begabt ward.
Ueber das vormalige Kloster daselbst s. Guldholm.

Guldholm (Gulholm), ein vormaliges Mönchskloster des Cistercienserordens, welches auf einer, jetzt fast gänzlich unter Wasser liegenden , Halbinsel im Langsee 3/4 M. nördlich von Schleswig lag. Es ward im J. 1192 von dem Schlesw . Bischofe Waldemar gestiftet, und Cisterciensermönchen eingeräumt, welche der Bischof aus dem Kloster zu Esrom dahin kommen ließ; der Bischof verlieh dem Kloster, ausser einigen Grundstücken bei Guldholm , auch die Zehnten, welche den 4 Kirchen, St. Michaelis vor Schleswig, und zu Kahlebye, Nübel und Tolk gehörten. Vermuthlich hatte der Bischof bei der Stiftung dieses Klosters die Nebenabsicht die Benedictiner des Michaelisklosters dahin zu versetzen, welche durch ihr unregelmäßiges Betragen in Schleswig dazu Veranlassung gegeben hatten. Die Güter des Michaelisklosters wurden gleichfalls größtentheils dem neugestifteten Kloster überwiesen, und mehrere der Mönche desselben bezogen es wirklich, indessen war ihr Aufenthalt nicht von langer Dauer und sie kehrten bald nach dem Michaeliskloster zurück, wo sie mit den dort zurůck gebliebenen 4 Brüdern und 8 Klosterschwestern mehrere Freiheit fanden. Da das Kloster zu Guldholm sehr begünstigt ward, entstanden zwischen den Mönchen beider Klöster Streitigkeiten, die in einen förmlichen Kampf ausarteten; die Benedictiner griffen die Guldholmer an, beraubten das Kloster und mißhandelten die Mönche, und dieses war der aus der Geschichte bekannte Mönchenkrieg im Jahre 1194.
Dieses Guldholmer Kloster bestand nur 16 bis 17 Jahre; da dessen feuchte Lage im Langsee die Gebäude wahrscheinlich sehr angriff, und da die ehemaligen Streitigkeiten , welche leicht wieder entstehen konnten, bei der Nähe von Schleswig eine Entfernung des Klosters wünschenswerth machten, so befahl der König Waldemar die Verlegung desselben nach Rüge, Rude, Rythe, Rus regis (Ruhekloster) und schenkte zur Erbauung des Klosters die Grundstücke.
Die Besitzungen, welche von dem Michaeliskloster an das Guldholmerkloster übergingen, bestanden aus der Michaeliskirche mit den anliegenden Mühlen, einer Hufe Landes Stubbe, späterhin das Mönchenland genannt, mehreren Wurthen bei Schleswig, 2 Theilen von Stoebii (wahrscheinlich Schubye), dem ganzen Elendsbye (Klengbye), Hustobii (Husbye), Rosteker ( Roßacker), 6 Octingen in Stagbii, dem dritten Theile von Borebölle (Borsbüll), 10 Octingen in Ballingstedt (Bollingstedt), Waterberg und Openstorf (die Grundstücke bei Altgottorf, Waterburg genannt, und der Hof Apenstorf), dem dritten Theile von Fekabikol (vielleicht Fleckebye), den Grundstücken in Brechentorp, 6 Octingen in Pleistorp, 7 Octingen in Gyohöi, dem ganzen Anebye, 10 Octingen in Noböle (Nübel), 2. Octingen in Brecthunge (Breckling), den Grundstücken in Hiorteker (Jordkirch) und Arsleve, auf Alsen 9 Octingen in Gudthorp (Guderup), 2 Octingen in Bransbüll, 4 Octingen in Holm, und Grundstücken in Stendrup auf Sundewitt.

Nübel, Kirchdorf 3/4 M. nördlich von Schleswig; Amt Gottorf, Struxdorfharde; enthält 1 Vollh., 5 Halbh., 2 Kathen und 5 Instenstellen, von denen 1 Vollh., 2 Halbh ., 1 Kathe und 2 Instenstellen zum vormaligen 1. Domcapitelsdistricte, Vogtei Berend gehörten. Eine ausgebauete Halbhufe und 1 Kathe mit der Schmiede liegen an der Schleswiger Landstraße, und heißen Hoheluft, und eine andere nördlich belegene Nůbellund. Unter den Einwohnern waren (1834): 1 Schmied, 1 Krüger, 2 Schuster und 1 Schneider. Districtsschule (110 Kinder). Das Armenhaus ist für 4 Familien eingerichtet.
Nach einer Urkunde des Königs Knud, aus dem Jahre 1196, gehörten 10 Octinge dieses Dorfes dem Michaeliskloster in Schleswig.
Die Kirche, deren ältester Theil aus Feldsteinen besteht, soll, der Sage nach, von einer Jungfrau erbauet sein, welche in der Gegend von Guldholm gewohnt haben soll, und deren Leichenstein man noch auf dem Kirchhofe zeigt. Die Kirche ist nur klein, ohne Thurm und mit Schindeln gedeckt; sie ist gewölbt, aber enthält keine Merkwürdigkeiten; an der einen Seite befindet sich ein Glockenhaus. Die Zehnten dieser Kirche gehörten ehemals, 1192, durch ein Geschenk des Bischofs Waldemar, zum Guldholmer Kloster, und wurden 1210 vertauscht. Der Gottesdienst ward damals von den Mönchen gehalten; darauf kam die Kirche an das Domcapitel zu Schleswig, und ein dortiger Schulcollege verrichtete die Geschäfte eines Predigers. Die vormalige Predigerwohnung ist vor einigen Jahren abgebrochen, und an deren Stelle ein Haus erbauet , worin jetzt Gastwirthschaft getrieben, und von welchem jährlich eine Recognitionssumme an den Prediger entrichtet wird.
Ehemals hatte das Domcapitel das jus patronatus, et instituendi pastorem, der Herzog aber das jus vocandi; jetzt ernennt der König den Prediger an beiden Kirchen.
Da die Kirche zur Vogtei Berend gehörte, so kam mit derselben das Patronatrecht 1661 bei der Theilung an den König, bis dieser dasselbe an Gottorf gegen das Patronat der Kirche zu Langenhorn 1712 vertauschte, und in Folge dieses Tausches ward Nübel der Gottorfischen Kirche Tolk annectirt.
Der Boden ist größtentheils sandigt, die Wiesen sind unbedeutend; eine nicht große, südlich vom Dorfe belegene, Hölzung gehört theils zu diesem Dorfe, theils zum Dorfe Berend; das Torfmoor ist gut und sehr einträglich. Hauptnahrungszweige sind Ackerbau und Torfverkauf.
Südöstlich, nahe an Hoheluft, befinden sich auf einer Koppel, 10 im Kreise liegende Grabhügel, welche keine besondere Namen haben, und von denen einige fast gänzlich abgetragen sind; zwischen Nübel und Hoheluft sind 4 solcher Hügel die gut erhalten sind. Ein, südlich von Nübel liegender, Hügel auf der Berender Feldmark heißt Barnehöi; ein westlich von Nůbellund liegender hat keinen Namen, und ist fast abgetragen.
Eingepfarrt sind Berend (24 H.), Neuberend (24 H.), Breckling (17 H.), Kattenhund (1 H.), Nübellund (1 H.), Hinkelhöft (1 H.), Hoheluft ( 4 H.), Berendholz und Berendfeld (5 H.) zusammen 92 Häuser.

Ruhekloster (Ry- , Rude- , Ruge-, Rukloster, Rus regis), ein vormaliges Cistercienserkloster am Flensburger Hafen, wohin das aufgelößte Guldholmer-Kloster, im Jahre 1210 vom Langsee, wo es vormals stand, verlegt ward. Es befand sich in der Nähe des jetzigen Schlosses Glücksburg, in einer sehr anmuthigen Gegend an der Ruenbek. Die Mönche dieses Klosters fingen schon bald nach ihrer Versetzung dahin, ein fa unordentliches Leben an, daß der Schleswigsche Bischof Jacobus, der sie schon in strenger Zucht hielt, und im Jahre 1283 ihre Einkünfte verringert hatte, genöthigt war, sie gänzlich aus dem Kloster zu vertreiben, wobei er Mehreren von ihnen sogar Schläge geben ließ. Im Jahre 1289 war das Kloster wieder von Mönchen bewohnt, und der König Erich Menved, ertheilte diesen im Jahre 1299 einen Schutzbrief, worin es heißt: daß er die Mönche wegen ihrer
bisher erlittenen Verluste mit allen ihren Gütern unter seinen Schutz nehme. In den Kriegen zwischen den Dänen und Holsteinern von 1409 bis 1433 litt das Kloster bedeutend.
In der bekannten Theilung des Landes, vom Jahre 1490, fiel es dem Könige Johann, und in der von 1544 dem Könige Christian III. zu, welcher es secularisirte; doch war das Kloster noch im Jahre 1548 gut unterhalten und von Mönchen bewohnt. Im Jahre - 1582 wurden die Klostergebäude, auf Befehl des Herzogs. Hans d. ä., abgebrochen, und bei dieser Arbeit fand man in den Gewölben und unter der Erde viele Hirnschädel und Gebeine kleiner Kinder; die Materialien des Klosters wurden zum Bau des Schlosses Glücksburg verwandt, welches eine etwas mehr nördliche Lage erhielt; der Kirchhof des Klosters ward zum Schloßgraben gezogen.
Die Besitzungen des erwähnten Guldholmerklosters, welche unter Guldholm angeführt sind, gingen zum Theil an dieses Ruhekloster über, welches, ausserdem noch Munkebüll; Munkvolstrup, die Munkmühle und viele andere Güter mehr, von denen man kein Verzeichniß hat, besaß.

Tolk (vormals Tholick, Tholge), Kirchdorf 11/4 M. nordöstlich von Schleswig, am Tolkersee.
Zum Amte Gottorf, Struxdorfharde, gehörten im Jahre 1692, 8 Halbh., 7 Kathen und 1 Instenstelle; Jetzt gehören dazu, ausser der Prediger- und Küsterwohnung, 8 Halbhufen, 8 Kathen und 1 Instenstelle; dem St. Johannisklofter in Schleswig gehören 2 Dreiviertelhufen und 4 Kathen, und dem Gute Grumbye ein Wirthshaus und 3 Kathen ; ausser diesen gehörten 3 Vollhufen und 2 Kathen (3 Pfl.) zum vormaligen 1. Domcapitelsdistricte, Vogtei Berend. Im Dorfe ist ein Wirthshaus. Districtsschule.
Der Boden ist vorzüglich, gut; die Fischerei im Tolkersee gehört dem St. Johanniskloster.
Die sehr alte Kirche gehörte ehemals, bis 1209, zum Guldholmer Kloster, zu welchem ein Damm hinführte, welcher noch lange nachher die Priesterbrücke genannt ward; die Kirche hat einen Thurm der im Jahre 1646 erbauet ward.
Tolk hat mit Nübel den nämlichen Prediger, den der König ernennt.
Eingepfarrt sind: Twedt (19 H.), Scholderup (11 H.), Buschow (6 H.), Grumbye (6 H.), Boholzaue (3 H.), Elkier (2 H.), Fürberg (1 H.), Pokier, Neudorf, Lück, Lammershagen, ein Theil von Welspang und die Canzleigüter Grumbye und Tolkschubye; zusammen an Königl. Stellen 74 Häuser.
Die Vicare des Schleswigschen Domcapitels erwarben im Jahre 1406 von dem Knapen Karsten Holk ein Gut in Tolk, und im Jahre 1513 verkaufte Johann Alberts 5 Güter in Tolk an den König Friedrich II.

 


 

2. Auflage 1854:

Berend (vorm. Byernte), Dorf 1/2 M. nördlich von Schleswig, A. Gottorf, Struxdorfh., Ksp. Nübel. Dieses Dorf gehörte zum Theil zum 1. Domcapitelsdistrict und enthält jetzt 2 Fünfachtelh., 3 Halbh., 2 Dreiachtelh., 1 Achtelh., 8 Kathen, 3 Instenstellen und 6 Hufenparcelenst., (6 Pfl.). Von diesen sind ausgebaut: 2 Instenstellen mit einem Wirtshause Kattenhund (s. Kattenhund), 2 Parcelenstellen heißen bei Kattenhund, 3 Parcelenst. Haarholm, 1 Parcelenst. und Wirthshaus Osterkrug (Triangel), 1 Kathe Hinkelhöft. – Schuldistrict Nübel. – Kattenhund und bei Kattenhund gehören zum Neu-Berender Schuldistr. Schmiede. - Areal: 478 Steuert. — Der Boden ist ziemlich gut. — Bei Kattenhund liegen 3 Teiche, von denen einer Haferteich heißt; ein kleiner See, westlich von Berend, heißt Lüng-See. Beim Dorfe liegt ein Stück Ackerland, welches vormals dem Structuarius der Domkirche in Schleswig gehörte, welcher dafür Mayenbusch zum Pfingstfeste für die Domkirche liefern mußte. — Beim Osterkruge liegen viele Grabhügel; ein Hügel auf der Berender Feldmark heißt Barnehöi.

Brekling, Dorf 1 M. nördlich von Schleswig, südlich am Lang-See belegen, Ksp. und Schuldistrict Nübel. Zum A. Gottorf, Struxdorfh., gehören 1 Vollh. (Freihufe), 5 Halbh., 1 Drittelh., 1 Sechstelh., 8 Kathen und 1 Instenst. (6 Pfl.); zum St. Johanniskloster in Schleswig 2 Halbh. und 2 Kathen. - Ein Theil des Dorfes (31/2 Pfl.) gehörte zum vormal. Schleswigschen Domcapitel. – Eine zur Dorfschaft gehörige Kathe beim Lang-See, in deren Nähe das vergangene Kloster Güldenholm gelegen hat, heißt Güldenholm (Holzhaus, s. Güldenholm), gehört aber zur Füsingh. Areal: zum A. Gottorf 525 Steuert. Der Boden ist sehr gut. Zwei kleine Hölzungen der Dorfschaft heißen Oster- und Westerholz: - Nach einer Urkunde des Königs Knud gehörten 1196, 2 Ottinge Land dem Michaeliskloster in Schleswig. In den Kriegsjahren 1628 und 1658 litt dieses Dorf bedeutend.

Güldenholm, 1 Kathe (Holzhaus) an der Südseite des Lang-Sees, 3/4 M. nördlich von Schleswig, welche zum Dorfe Brekling gehört, A. Gottorf, Struxdorfh., Ksp. Nübel, und 1 Instenst. (Seehaus) an
der Nordseite des Sees, welche zu Süder-Fahrenstedt, A. Gottorf, Füsingh., Ksp . Norder-Fahrenstedt gehört. - Die Breklinger Kathe ward auf den Ländereien einer vormals wüsten Hufe des Dorfes erbaut, welche Hufe im Jahre 1665 von dem Könige Friedrich IV. an Geert v. d . Lieth geschenkt und während dessen Lebenszeit mit Privilegien begabt ward.
Ueber das vormalige Kloster daselbst s. Guldholm.

Guldholm , ein vormaliges Mönchskloster des Cistercienserordens welches auf einer jetzt fast gänzlich unter Wasser liegenden Halbinsel im Lang-See 3/4 M. nördlich von Schleswig lag. Es ward im Jahre 1192 von dem Schleswigschen Bischofe Waldemar gestiftet und Cisterciensermönchen eingeräumt, welche der Bischof aus dem Kloster zu Esrom dahin kommen ließ. Der Bischof verlieh dem Kloster außer einigen Grundstücken bei Guldbolm auch die Zehnten, welche den 4 Kirchen St. Michaelis vor Schleswig und zu Kahlebye, Nübel und Tolk gebörten. Vermuthlich hatte der Bischof bei der Stiftung dieses Klosters die Nebenabsicht, bie Benedictiner des Michaelisklosters dahin zu versetzen, welche durch ihr unregelmäßiges Betragen in Schleswig dazu Veranlassung gegeben hatten. Die Güter des Michaelisklosters wurden gleichfalls größtenteils dem neugestifteten Kloster überwiesen und mehrere der Mönche desselben bezogen es wirklich, indessen war ihr Aufenthalt nicht von langer Dauer und sie kehrten bald nach dem Michaeliskloster zurück, wo sie mehrere Freiheit fanden. Da das Kloster zu Guldholm sehr begünstigt ward, entstanden zwischen den Mönchen beider Klöster Streitigkeiten, die in einen förmlichen Kampf ausarteten; die Benedictiner griffen die Guldholmer an, beraubten das Kloster und mißhandelten die Mönche, und dieses war der aus der Geschichte bekannte Mönchenkrieg im Jahre 1194. --- Dieses Guldholmer Kloster bestand
nur 16 bis 17 Jahre; da dessen feuchte Lage im Lang-See die Gebäude wahrscheinlich sehr angriff, und da die ehemaligen Streitigkeiten , welche leicht wieder entstehen konnten, bei der Nähe von Schleswig eine Entfernung des Klosters wünschenswerth machte, so befahl der König Waldemar
die Verlegung desselben nach Rude (s. Rudekloster), und schenkte zur Erbauung des Klosters die Grundstücke. – Die Besitzungen, welche von dem Michaeliskloster an das Guldholmerkloster übergingen , bestanden aus:
der Michaeliskirche mit dem Berge und den anliegenden Mühlen, 1 Hufe Landes Stubbe (Mönchenland) genannt, mehreren Wurthen bei Schleswig, einem Theil von Stocbu, dem ganzen Clensbu (Klensbye) , Hoscobu (Husbye), Rostekar (Roßacker), 6 Ottingen in Stagbu, einem Theil von Boreböle, 10 Ottingen in Balingstad (Bollingstedt ), Waterborg (auf der Schleswiger Feldmark), Openstorp (Apenstorf), einem Theile von Fokabikre (Fockbeck), den Grundstücken in Brechentorp (Brekendorf ), 61/2 Ottingen in Pistad, 7 Ottingen in Eryohög, dem ganzen Anebu, 10 Ottingen in Noböle (Nübel), 2 Ottingen in Breethnunge, den Grundstücken in Hiortteker (Jordkjär), Arsleve, 9 Ottingen in Gudthorp (Guderup) auf Alsen, 2 Ottingen in Bransböle, 4 Ottingen in Holm und Grundstücken in Stentorp, dem Territorium von Heuere; ferner den Bischofszehnten in den Kirchspielen St. Michaelis, Callebit (Kahlebye), Nuböle (Nübel), Thologe (Tolk) und einem Theil der Zehnten in Tunningebereth (Tönningharde) .

Nübel, Kirchdorf 3/4 M. nördlich von Schleswig, A. Gottorf, Struxdorfh., Pr. Gottorf; 1 Vollh., 5 Halbh., 2 Kathen und 5 Instenst. (35/8 Pfl.). Eine ausgebaute Halbh. und 1 Kathe mit der Schmiede liegen an der Schleswiger Landstraße und beißen Hoheluft, eine andere nördlich belegene Nübellund. -- Districtsschule. – Armenhaus, Wirthsbaus. -
Nach einer Urkunde des Königs Knud 1196, gehörten 10 Ottinge dieses Dorfes und die Zehnten des Kirchspiels dem Michaeliskloster in Schleswig.
1 Vollh., 2 Halbh., 1 Kathe und 2 Instenst. gehörten zum ehemaligen Schleswigschen Domcapitel, dem auch das Patronat zuständig war, bis es 1711 gegen das zu Langenhorn vertauscht ward; in Folge dieses Tausches ward Nübel der Kirche Tolk annectirt. - Die Kirche, deren ältester Theil aus Feldsteinen besteht, soll der Sage nach von einer Jungfrau erbaut sein, welche in der Gegend von Guldholm gewohnt haben soll und deren Leichenstein man noch auf dem Kirchhofe zeigt. Die Kirche
ist nur klein, aber mit einem Gewölbe, ohne Thurm und mit Schindeln gedeckt. In derselben sind noch einige alte Heiligenbilder. An der Seite befindet sich ein Glockenbaus . – Der König ernennt den Prediger an beiden Kirchen. -- Eingepfarrt : Berend, Berendfeld, Berendbolz , Neu Berend, Brekling, Güldenholm (3. Thl.), Haarholm , Hinkelhövd, Hoheluft, Holzhaus, Kattenhund, bei Kattenhund, Nübel, Nübellund, Osterkrug.
Areal: 293 Steuert. – Der Boden ist größtentheils sandigt; das Torfmoor ist gut und sehr einträglich. Südöstlich nahe an Hoheluft befinden sich auf einer Koppel 10 im Kreise liegende Grabhügel, welche keine besondere Namen haben; zwischen Nübel und Hoheluft sind 4 solcher Hügel; ein Grabhügel liegt westlich von Nübellund. - Bz. des Ksp.: 1002.

Ruhekloster (Rüdekloster, Rus regis), ein vormaliges Cistercienserkloster, wohin das aufgelöste Guldbolmer-Kloster im Jahre 1210 vom Lang-See, wo es vormals stand, verlegt ward. Es befand
sich in der Nähe des jetzigen Schlosses Glücksburg, in einer sehr anmuthigen Gegend an der Ruenbek. – Die Mönche dieses Klosters fingen schon bald nach ihrer Versetzung dahin ein so unordentliches Leben an, daß der Schleswigsche Bischof Jacobus (1283) genöthigt war, sie gänzlich aus dem Kloster zu vertreiben. Im Jahre 1289 war das Kloster aber wieder von Mönchen bewohnt und der König Erich Mendved ertheilte diesen 1299 einen Schutzbrief. In den Kriegen zwischen den Dänen und Holsteinern von 1409 bis 1433 litt das Kloster bedeutend. In der Theilung des Landes 1490 fiel es dem Könige Johann und in der von 1544 dem Könige Christian III. zu, welcher es secularisirte; doch war das Kloster noch im Jahre 1548 gut unterhalten und von Mönchen bewohnt. Im Jahre 1582 wurden die Klostergebäude abgebrochen und man fand in den Gewölben und unter der Erde viele Hirnschädel und Gebeine kleiner Kinder. Die Materialien des Klosters wurden zum Bau des Schlosses Glücksburg verwandt; der Kirchhof des Klosters ward zum Schloßgraben gezogen.
Die bedeutenden Besitzungen des Klosters, welche unter Guldholm angeführt sind, gingen zum Theil an dieses Ruhekloster über, welches außer der Munkbrarupharde noch Munkebüll, Munk-Wolstrup, Klues, die Munkmühle und mehrere andere Güter, von denen man aber kein vollständiges Verzeichniß hat, besaß.

Tolk (vorm. Tholik, Tholge), Kirchdorf am Tolker-See, 11/4 M. nordöstlich von Schleswig , A. Gottorf, Strurdorfh., Pr. Gottorf. Zum Amte gehören außer der Prediger- und Küsterwohnung, 2 Fünfneuntelh., 8 Halbh., 1 Vierneuntelh., 10 Kathen und 1 Instenstelle (75/8 Pfl.); einige östlich belegene Stellen beißen Bökwatt; zum St. Johannisfloster in Schleswig, 2 Dreiviertelh. und 4 Kathen; zum Gute Grumbye: 4 Kathen, worunter ein Wirthshaus ; 3 Hufen (3 Pfl.) gehörten ehemals zum Schlesw. Domcapitel. – Districtsschule. – Schmiede und einige Handwerker.
Die Kirche, ehemals eine Präbende des Schlesw. Domcapitels, war schon 1192 vorhanden, in welchem Jahre die Bischofszehnten dem Kloster Guldholm verliehen wurden. Sie ist von Feldsteinen erbaut, und auf dem Dache ist eine 1646 errichtete Thurmspitze mit einem Uhrwerk. -- Tolk hat mit
Nübel den nämlichen Prediger, den der König ernennt. - Eingepfarrt: Blasberg, Bökwatt, Bobolzau, Buschau, Buschauholz, Cathrinenhof, Ellkjär, Fürberg, Grumbye, Krugkathe, Lammershagen, Lück, Pokjär, Schmiedekathe, Smolderup, Schubye, Tolk, Tollschubye, Twedt, Twedterfeld, Welspang (3. Thl.). - Nach einer Urkunde des Königs Knud aus dem Jahre 1196 hatte das Michaeliskloster in Schleswig die Zehnten in Tolk.
Die Vicare des Schlesw. Domcapitels erwarben 1406 von dem Knappen Karsten Holk ein Gut in Tolk, und am Ende des 16ten Jahrhunderts verkaufte Johann Alberts 5 Güter in Tolk an den König Friedrich II. - Areal zum A. Gottorf: 611 Steuert.; zum Gute Grumbye: 145 Steuert.
Der Boden ist theils ein ziemlich guter Mittelboden, theils sandigt. Westlich von Tolk liegt der Tolker-See, 1500 Ellen lang und 1000 Ellen breit; derselbe steht mit dem Lang-See durch eine Aue in Verbindung; die Fischerei im See gehört dem St. Johanniskloster. - Vz. des Ksp.: 1352.

Komplette 1. Auflage von 1837

Komplette 2. Auflage 1854